Die beiden schnellsten Männer aus der SHTU.

Mitteldistanz-Landesmeisterschaften beim OstseeMan: Paysen und Timme holen die Titel

03.08.2026 –  Niels-Peter Binder

Rund 1.600 Aktive waren bei Schleswig-Holsteins einzigem Langdistanz-Triathlon an der Flensburger Förde sportlich unterwegs. Durch die in den OstseeMan integrierten SHTU-Landesmeisterschaften auf der Mitteldistanz erhielt der ohnehin immer teilnehmerstarke Wettbewerb über die halbe Langdistanz eine zusätzliche sportliche Würze. Lea Paysen und Hauke Timme holten sich die Titel. 

Siegerehrung der Damen

Die neue Landesmeisterin Lea Paysen wird von SHTU-Präsident Bernd Lange ausgezeichnet. 

Sportliche Extremleistungen und mehrere spannende Entscheidungen an der Spitze sorgten beim OstseeMan-Triathlon in Glücksburg einmal mehr dafür, dass der Ausdauersport einen Tag lang eine ganze Region in Atem hielt. Der Osterrönfelder Lukas Schnödewind sorgte mit einem neuen Streckenrekord von 8:05:21 Stunden für ein weiteres Highlight in der nun 24-jährigen Geschichte des Triathlon-Festivals an der Flensburger Förde.  Insgesamt rund 1.600 Ausdauercracks waren beim OstseeMan-Triathlon aktiv und ließen sich von Tausenden von Zuschauenden auf dem langen Weg zum Ziel supporten. Nach dem rauen Vorjahresrennen mit Dauerregen und heftigen Wollen passte das Ambiente dieses Mal deutlich besser für ein großes sportliches Happening und für schnelle Rennen. Bei nahezu perfekten äußeren Bedingungen mit einer fast wellenfreien und mit 19 Grad Wassertemperatur angenehm temperierten Förde sowie einem Sonne-Wolken-Mix auf der nur leicht windigen Radstrecke im Norden von Angeln und auf der Laufstrecke an der Küste  kämpften die Triathleten um die besten Platzierungen oder einfach nur für ihr persönliches Ziel. 

Mit viel Tempo und Energie ging es auf der Mitteldistanz (1,9 km – 90 km – 21,1 km) zur Sache. Hier wussten die neuen Champions nach 113 umkämpften Kilometern erst kurz vor dem Ziel, dass sie die Bierdusche als Sieger genießen dürfen. Durch die in den OstseeMan integrierten Landesmeisterschaften auf der Mitteldistanz erhielt der ohnehin immer teilnehmerstarke Wettbewerb eine zusätzliche sportliche Würze. In dem großen Feld mit 800 Teilnehmenden kämpften altbekannte und auch neue Gesichter aus der schleswig-holsteinischen Triathlonszene um Titel und Medaillen. 

Im Rennen der Frauen sorgte Jule Foelckel vom ASC Göttingen in 4:33:57 Stunden für die schnellste Zeit und ließ so sogar die Deutsche Meisterin Marianne Juliane Kulling (TV Fürstenwalde/ 4:39:36 Std.) hinter sich. Als Gesamtvierte wurde Lea Paysen vom SV Enge-Sande in 4:51:40 Stunden neue Landesmeisterin. „Heute habe ich echt einen Sahnetag erwischt“, freute sich die Nordfriesin nach dem Rennen. Wegen der verschiedenen Startwellen war erst mit Verzögerung klar, wer die beste Athletin aus der SHTU sein würde. Charlotte Klindworth vom USC Kiel, die nach einer Babypause ihr Comeback gab, startete in einer früheren Startwelle, lief nach 4:52:31 Stunden ins Ziel und wurde zunächst für die neue Landesmeisterin gehalten, ehe Lea Paysen diese Zeit noch unterbot. Als drittschnellste Frau aus der SHTU gesellte sich mit Franziska Jäckisch nach 4:55:41 Stunden eine weitere Triathletin vom USC Kiel auf das Siegertreppchen. 

Finn von Schmeling von den TriMichels Hamburg krönte im Männerrennen seinen ersten Start beim OstseeMan gleich mit dem Sieg. Der 28-jährige schnappte sich zu seiner eigenen Überraschung auf der Laufstrecke noch den Sieg und gewann in 4:02:30 Stunden vor Dario Ernst (KSV Baunatal/ 4:04:29 Std.). Hauke Timme vom USC Kiel schien angesichts seiner läuferischen Klasse auf der Laufstrecke lange Zeit einer der aussichtsreichsten Aspiranten auf den Gesamtsieg zu sein, musste aber auf der zweiten Hälfte der Laufstrecke seinem harten Radtempo und seinem forschen Schritt auf den ersten Laufkilometern Tribut zollen. Nach 4:05:31 Stunden erreichte er als Gesamtdritter das Ziel. Als bester Schleswig-Holsteiner konnte er sich mit dem Landesmeistertitel trösten. Als zweitschnellster Mann aus der SHTU überraschte Newcomer Adrian Andresen vom Borener SV. Der 22-jährige in 4:13:12 Stunden die SHTU-Silbermedaille. Clemens Lange von der SG Athletico Büdelsdorf wurde in 4:25:42 Stunden Dritter der Landesmeisterschaften. 

Auf der Langdistanz (3,8 km Schwimmen – 180 km Radfahren – 42,2 km Laufen), der sich knapp 250 Aktive als Einzelstarter stellten, übernahm Lukas Schnödewind schon beim Schwimmen die Führung. Bis er am Ende tatsächlich auch als Sieger im Ziel am Kurstrand jubeln durfte, hatte er in der Führungsposition allerdings sportliche Schwerstarbeit zu verrichten und sich gegen Aufholjagd von  Vorjahressieger Florian Harbig (TriZack Rostock) wehren. Beim abschließenden Marathon schmolz der Vorsprung des Führenden dann aber nach und nach immer weiter dahin und es schien so, als könne Harbig doch noch auf seinen dritten Sieg in Folge zusteuern. Schnödewind sah an den Wendepunkten auch, was ihm drohte. „Als ich gesehen habe, wie nahe er ist, dachte ich schon, dass es um mich geschehen sei und er mir das Herz brechen würde“, bekannte Schnödewind nach dem Rennen. Doch das Rennen nahm einen anderen Verlauf. Als Harbigs Aufholjagd ihn nach rund 30 Kilometern der Laufstrecke bis auf 100 Meter an den späteren Sieger herangebracht hatte, bremste ihn ein Krampf aus und er muss eine kurze Stehpause einlegen. Schnödewind hingegen blickte auf seine Uhr und nahm die Beine in die Hand. „Als ich sah, dass der Streckenrekord noch drin ist, hat mir das neue Kraft gegeben und ich habe alles gegeben“, erklärte Schnödewind. Nachdem er beim OstseeMan in den Vorjahren schon mehrfach einen Angriff auf das Podium gestartete hatte, aber mit einem Radunfall und einem Ausstieg wegen Unterkühlung bereits zwei herbe Enttäuschungen erlebt hatte, lag dem Osterrönfelder viel daran, dieses Mal mit einen glücklichen Ende aus Glücksburg abreisen zu können. „Mein Motto ist, niemals den Glauben zu verlieren. Ich komme so oft, bis es endlich klappt“, stellte Schnödewind klar. Nach 8:05:22 Stunden stand fest, dass es dieses Mal geklappt hat. Zum ersten Mal seit der OstseeMan-Premiere im Jahr 2002 durfte damit ein Schleswig-Holsteiner als Sieger jubeln. Zuvor war dies nur bei den Frauen Rike Kubillus (Kiel) und Liesa Schmidt (Ratzeburg) gelungen. Florian Harbig war als Zweiter in 8:11:59 Stunden auch noch fast so schnell wie der bisherige Streckenrekord (8:11:32 Stunden), den 2023 der Oberhausener Timo Schaffeld aufgestellt hatte. Den dritten Platz erkämpfte Bastian Luthmann (Lippetal/ 8:22:08 Std.), ehe mit Fabian Sommer von den TriVelos Flensburg (8:35:47 Std.) ein weiterer schneller Mann aus dem Norden folgte. Fritjof Dirksen vom USC Kiel schaffte in 9:36:10 Stunden als Zehnter auch noch eine Top-Ten-Platzierung. 

Im Rennen der Frauen feierte die Hannoveranerin Hannah Deuring in 9:41:39 Stunden einen ungefährdeten Sieg vor Marie Hilscher (FC St. Pauli/ 9:56:25 Std.) und Lisa Heinrichs (SV Würzburg 05/ 10:05:06 Std.). Kirsten Kascheike vom Borener SV rutschte unverhofft in die Rolle der besten SHTU-Starterin auf der Langdistanz. Die 46-jährige zog ihren Wettkampf unbeirrt genau nach Plan durch und erreichte in neuer persönlicher Bestzeit von 11:30:16 Stunden das Ziel. In der Gesamtwertung rückte Kirsten Kascheike durch die Ausstiege einiger Mitstreiterinnen immer weiter nach vorn und kam schließlich auf dem achten Platz der Frauen ins Ziel.

LM Mitteldistanz

Landesmeisterinnen und Landesmeister in den Altersklassen 

W 20:  Mia Söth (SV Enge-Sande)

M 20:  Adrian Andresen (Borener SV) 

M 25:  Clemens Lange (SG Athletico Büdelsdorf) 

W 30:  Lea Paysen (SV Enge-Sande)

M 30:  Yannic Zimmer (TriVelos Flensburg)

W 35:  Charlotte Klindworth (USC Kiel) 

M 35:   Hauke Timme (USC Kiel) 

W 40:  Sophie Schaar (Tri-Sport Lübeck)

M 40:   Eduard Rot (Ratzeburger SV) 

M 45:   Jandirk Thiem (Ratzeburger SV) 

M 50:   Oliver Garbrecht (USC Kiel) 

W 55:  Christina Lehmann (VfL Börnsen)

M 55:   Andreas Drosdowski (Husumer SV) 

W 60:  Kerstin Tews (USC Kiel)

M 60:   Michael Brell (SG Wasserrraten Norderstedt) 

M 65:   Joachim Skroblin (Spiridon-Club Bad Oldesloe) 

M 70:   Matthias Krantz (USC Kiel) 

Alle Ergebnisse gibt es hier: https://time2win.at/event/857/results